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Dieses Thema hat 4 Antworten
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 Krümel
Krümel
Hofbesitzerin
Beiträge: 94


04.02.2010 17:12
Auf geht's! antworten

Freudestrahlend rannte ich dem Hoftor entgegen, Joshi folgte mir und sprang wild bellend um mich herum. Ich hatte tagsüber zu tun gehabt, hatte alles auf meine Ankunft vorbereiten lassen. Monatelang hatten die Handwerker daran gearbeitet, den Hof instand zu setzen.
'So ist Omas Lottogewinn gut angelegt!', dachte ich mir und grinste.
Tatsächlich war vor etwa einem halben Jahr das Glück auf ihrer Seite gewesen. Sie mochte Pferde, genau wie ich, meine Eltern auch, schließlich hatten sie mir 5 Jahre lang Unterricht auf einem anderen Hof spendiert. Dabei hatten sie selber ein wenig über diese wundervollen Tiere gelernt. Und so hatten sie beschlossen, den alten Reiterhof aufzukaufen und zu restaurieren. Keiner von ihnen war ganz vo pferdevernarrt wie ich, also sollte ich mich darum kümmern und durfte sogar in den Ferien, oder wenn ich Zeit hatte, hier wohnen. Es war sozusagen mein Zweit-Zuhause, und meine Eltern würden auch ab und zu hierbleiben.
'Außerdem kann dir ja mit Joshi nichts passieren', hatten sie lächelnd gesagt. Es war praktisch mein Hof, nur eben vertraglich noch nicht, da ich ja noch minderjährig war.
Sogar mein erstes eigenes Pferd sollte ich bekommen, und darauf freute ich mich riesig. Ein junger Hengst, der vor Kurzem 3 geworden war, schien mich ins Herz geschlossen zu haben, ich hatte ihn schon eine Weile als Pflegepferd und mich sofort in ihn verliebt. Da er schwierig war, sollte ich ihn billig bekommen.
Er wartete nun schon auf dem Hof auf mich, meine Eltern hatten auch schon mein Schlafzeug hergebracht. Nun sollte ich das erste Mal auf dem geöffneten Hof übernachten, und das erste Mal allein. Was heißt allein, ich hatte ja unser liebes Hundchen dabei, dass sich neugierig auf dem Gelände umsah. Weglaufen würde er nicht.
Jetzt würde ich erst einmal ins Haus gehen und mich einrichten, Joshi etwas zu fressen geben, und danach mal sehen, wie es meinem Pferd ging. Vorerst hatte es noch Ruhe.
Und vielleicht würde es ja auch bald Einsteller hier geben.

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Krümel
Hofbesitzerin
Beiträge: 94


04.02.2010 21:03
#2 RE: Auf geht's! antworten

Ich hatte eine Weile mit Joshi gespielt, später zu Abend gegessen, und dabei ganz die Zeit vergessen. Und mein Pferd!
Schnell warf ich mir meine Jacke über und rannte aus dem Haus, den Hund ließ ich drinnen. Ich stockte, da hinten konnte ich etwas erkennen. Ein Hänger! Ein Pferdeanhänger! Doch erst einmal war mein Pferdchen wichtiger.
Chico, es tut mir so leid, dass ich dich beinahe vergessen hätte!, rief ich, als ich den Stall betrat und das Licht anmachte. 'Und das gleich am ersten Tag....' Ich hatte Schuldgefühle. Chico schien es jedoch nicht schlecht zu gehen. Ich brachte ihm seine Abendfütterung und kontrollierte noch einmal die Box. Solange ich keine Stallarbeiter hatte, aber noch wenig Pferde, würden ich und die Einsteller das auch allein schaffen. Oder nur ich, ich war ja den ganzen Tag über hier...
Nach dem Füttern gesellte ich mich noch etwas zu meinem Junghengst.
Mein Süßer, gefällt es dir hier auch so sehr? Ich streichelte zärtlich seinen Hals. Meins war er, ganz allein Meins!
Nach etwa einer halben Stunde löschte ich das Licht im Stall, holte Joshi aus dem Haus für eine letzte Runde Gassi vor der Nacht. Ich wollte nur kurz auf den Hof mit ihm gehen und mich ein wenig mit dem neuen Mädchen bekannt machen.

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Krümel
Hofbesitzerin
Beiträge: 94


06.02.2010 18:41
#3 RE: Auf geht's! antworten

Die beiden Mädchen mit ihren Pferden waren mir wirklich sehr sympathisch. Ich musste lachen, als ich Chicos Box betrat. "Weißt du was, Kleiner? Die Namen ihrer Pferde kenne ich, Red Damon und Mondschein Menuett. Aber Ihre nicht. Vielleicht sollte ich mir mal die Einstellerlisten demnächst genauer anschauen." Chicos Ohren spielten unruhig, als ich weiter redete, klappten sie jedoch unmutig nach hinten.
"Ich weiß, dir ist langweilig... Tut mir Leid, jetzt gibt's erstmal eine Pflegesession." Ich kramte Putzzeug, Halfter und Strick hervor, halfterte den hübschen Buckskin auf und band ihn auf der Stallgasse an. Dabei fiel mir ein, dass er außer der Stallgasse noch nichts gesehen hatte hier. Ich würde ihn nachher zumindest mal ein paar Stunden auf einen der Paddocks tun. Doch zuerst putzte ich ihn mal gründlich durch. Das heißt, den Staub ließ ich drin, für Robustpferde mit dickem Winterfell war es nicht allzu gut, im Winter so perfekt geputzt zu werden. Dreck raus, verklebter Schmutz weg, fertig. Chico sah mir auch so schon schön genug aus, und von seinem seidigen Fell würde ich im Sommer genug haben. Im Winter sah man ihm am meisten seine Urpferd-Vorfahren an.
Schon nach einer Viertelstunde sah er vollkommen okay aus. Ich band ihn los und führte ihn aus dem Stall. Der Strick spannte sich. Chico hob den Kopf, seine Ohren spielten unruhig. Er stieß ein hohes Wiehern aus und tänzelte auf der Stelle. "Ruhig, Kleiner, alles okay..." Als würde ich es nicht bemerken, führte ich den Hengst zu einem Paddock im Zentrum des Hofes, nicht allzu weit von seinem Stall entfernt. Als ich den Strick löste, rannte Chico wie angestochen davon, keilte übermütig aus, buckelte, wieherte und rannte am Zaun entlang. Seine Nüstern waren gebläht. Ich lachte, ging zurück zum Stall und mistete die Box aus. Der Hengst war ziemlich reinlich, von daher hatte ich da nie viel zu tun. Ich legte noch etwas Heu in seine Box, Kraftfutter brauchte er nicht, und legte ein paar zweigeteilte Möhren dazu. Eine nahm ich noch mit, ich würde sie brauchen.
Als ich zurück zum Paddock kam, stand Chico eben brummelnd wieder auf, eine riesige Wolke aus Sand umschwebte ihn. Er hatte sich glücklich gewälzt, mit Staub paniert und sah nun aus wie ein übergroßes Fischstäbchen. Grinsend schüttelte ich den Kopf.
"Wozu habe ich dich eigentlich gerade geputzt? Da braucht man ja einen Staubsauger, um das wieder wegzukriegen! Aber du hast gewonnen, heute nicht." Mit gespitzten Ohren schaute er mich aus sicherer Entfernung an. Als ich die Koppel betrat, trabte er zum anderen Ende. Aber er war unglaublich leicht bestechlich, das wusste ich.
"Na gut, wenn du keine Möhre haben willst, gehe ich eben wieder." Ich wandte ihm den Rücken zu und machte mich an der Tür zu schaffen, um sie zu öffnen. Kurz danach spürte ich seinen Atem im Nacken, seine Lippen fuhren suchend an meiner Kleidung entlang. Ich machte den Strick wieder fest und gab ihm die Möhre, bevor ich ihn zurück in den Stall brachte. Fröhlich schnaubend ging er brav in seine Box und ließ sich noch etwas kraulen, bevor er sich dem Heu widmete.
Ich setzte mich noch etwas in die Box, den Putzkasten nahm ich als Stuhl, und schaute ihm zu.

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Krümel
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Beiträge: 94


07.02.2010 12:20
#4 RE: Auf geht's! antworten

Heute war ich früh auf den Beinen. Schnell hatte ich mich angezogen, Joshi gefüttert, mein Frühstück heruntergeschlungen und war nach draußen gegangen. Mein Hund war mir aufgeregt gefolgt, gestern war er nicht draußen gewesen.
Ich bin direkt zum Stall gelaufen und hatte Chico und Damon gefüttert. Als Chico gefressen hatte, hatte ich ihn kurz durchgeputzt und beiden Pferden die Hufe kontrolliert. Heute war der erste Koppeltag. Ich hatte mir beide Halfter und Stricke geschnappt, die Hengste aufgehalftert und aneinander schnuppern lassen. Sie quietschten kurz, ich wieß sie energisch zurecht.
"Gleich könnt ihr euch austoben und die Rangordnung festlegen, erstmal lasst ihr mich am Leben." Ich lachte. Ich wusste genauso, dass das gleichzeitige Führen von zwei Hengsten nicht wirklich ratsam war, zumal ich den einen davon kaum kannte, der zweite schwierig im Umgang war. Aber lernen mussten sie es ja doch. Der Weg zur Koppel war auch nicht so lang und sobald einer der Hengste zu tänzeln anfing, bellte Joshi, knurrte ihn an und wies die Pferde besser in die Schranken, als ich es hätte tun können. Denn bei Raubtieren war wirklich Vorsicht gefragt. Als wir angekommen waren, hatte ich ein neues Problem vor mit gehabt. Das Koppelgatter. Wie sollte ich es ohne eine freie Hand öffnen? Ich seufzte und sah Chico an. "So, Kleiner. Jetzt musst du mal stehenbleiben, du kennst das ja schon." Ich ließ den Strick zu Boden fallen. "Whoa", befahl ich. Chico kannte das Kommando bereits und stand brav still. Als ich das Gatter öffnete, trabte Damon etwas auf der Stelle. Ich löste den Strick, er rannte los. Chico wollte natürlich mit, doch da er an mir vorbei musste, konnte ich auch seinen Strick problemlos abmachen. Dann waren die beiden Hengste durch den Schnee getobt.
Ich beobachtete sie etwas und ging dann zurück in den Stall, um die Box zu machen.

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Krümel
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17.02.2010 17:40
#5 RE: Auf geht's! antworten

Die letzten 10 Tage waren vorallem erst einmal stressig gewesen. Die Schule hatte wieder angefangen, somit musste ich früh noch davor hierher, brachte die Pferde auf Koppel, meine Eltern holten sie mittags wieder herein.
Nach der Schule hatte ich Chico noch auf den Paddock gestellt oder in die Führmaschine gebracht, teilweise auch in der Halle laufen gelassen, während ich die Box und meine Hausaufgaben gemacht hatte. Dann noch 3x täglich die Fütterung, mittags übernahmen diese weiterhin meine Eltern.
Nachdem das Grundlegende erledigt war, hatte ich Chico geputzt. Er schien zu ahnen, dass ich seine Sperenzchen schlecht gebrauchen konnte in dieser Zeit, und war erstaunlich brav.
So würden sich wohl auch die nächsten Wochen gestalten. Mit seinem Einreiten kam ich also nur langsam voran, doch das machte nichts, denn ich wollte ihm sowieso viel Zeit lassen. Besondere Fortschritte gingen also nur an Wochenenden oder den Ferien, unter der Woche musste ich das Gelernte festigen. Wegen dem Stallwechsel waren wir hier am Anfang der Woche erst zum Longieren übergegangen, vorher gab es Bodenarbeit und Freilauf, aber anlongiert war er schon. Er gewöhnte sich schnell an die neuen Bedingungen, die neuen Pferde... Ich freute mich auch zu sehen, dass er und Red Damon sich gut verstanden, sie konnten problemlos gemeinsam auf Koppel gehen.
Auch heute longierte ich Chico wieder, übte ihn besonders in Schritt-Trab-Wechseln und im Durchparieren zum Stand. Das fiel ihm schwer, denn Stehenbleiben war so gar nicht seine Sache. Sobald es jedoch einmal richtig geklappt hatte, führte ich ihn zum Abtrocknen noch einige Runden herum und beendete dann das Training.
Heute hatte ich etwas mehr Zeit und wollte den frühen Abend noch auf dem Hof verbringen.
Joshi gefiel es hier nämlich auch und er freute sich immer sehr, ein paar Stunden von zu Hause wegzukommen und sich hier die Beine zu vertreten. Ich lief etwas mit ihm über den Hof, grüßte hin und wieder die Mädchen, an denen wir vorbeikamen.
Langsam wurde der Hof wieder zum Leben erweckt.

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