Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden  
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 49 mal aufgerufen
 Matty
Matty

Beiträge: 81

19.02.2010 16:24
Im Gelände antworten

Ich führte Red vom Hof hinunter und bog in einen Feldweg ein. Jelly war ein paar Meter vorgelaufen und erkundete die Umgebung, während Red mit lockeren Schritten neben mir her ging. Ich sprach unentwegt mit ihm, über belanglose Dinge, aber ich konnte die Ruhe noch nicht ertragen. Nicht, wenn wir uns das erste Mal in diesem Gelände bewegten, nicht, wenn Red mit Sattel und Trense unterwegs war, nicht, wenn er sich jederzeit erschrecken könnte. Oder explodieren wie eine Bombe und mir davon laufen. Vielleicht auf die Straße, vielleicht...
Er schien meine Unsicherheit zu spüren, denn er begann sofort damit, kleine Zicken zu machen. Ich zupfte leicht an der Trense, atmete tief durch und straffte die Schultern. Meine Angst schwand und Red wurde sofort wieder ruhiger. Heute hatte ich ihn wirklich gut im Griff.
"Weißt du, Red, ich wüsste gern, wie es sich anfühlen wird, dich zu reiten", sagte ich zu ihm. "Ich warte auf diesen Moment, seit ich dich bekommen habe. Aber ich habe mir vorgenommen, dich nicht vor deinem vierten Geburtstag anzureiten. Noch bist du mir ein bisschen zu jung und zu ungestüm. Kleiner Kindkopf." Ich wuschelte ihm mit meiner freien Hand durch die Mähne, bevor ich sie ebenfalls wieder um die Zügel schloss. Red schnaubte und kaute unruhig auf dem Gebiss. "Ich weiß, dass dir das nicht passt", sagte ich. "Aber es gehört dazu. Wir beide wollen doch ein Team werden, oder? Dazu gehört auch, dass ich akzeptiere, dass du ein Spinner bist und dass du akzeptierst, das du Sattel und Trense tragen musst. Und eigentlich ist das nicht so schlimm, oder? Warte nur, bis es ans ANreiten geht. Das ist viel schlimmer, weil ich dir da keine Mätzchen mehr durchgehen lassen kann." An einer kleinen Weggabelung hielt ich ihn an und überlegte, wohin wir gehen sollten. Jelly stand auf meiner aderen Seite und schaute nach rechts. Red ebenfalls. Also musste es da irgendwas interessantes geben und die Sache war beschlossen. Rechts rum. Der Weg führte uns zwischen Wiesen entlang und führte schließlich auf ein kleines Waldstück zu. Na toll. Waald kannte mein Großer noch nicht und es würde eine riesen Aktion werden. "Vielleicht.... später...", murmelte ich und ließ izhhn wenden. "jelly, Fuß!", forderte ich meine Hündin dabei auf, mir zu folgen. Beide Tieren war brav wie sonst was und folgten mir den Weg zurück.
Erneut an der Kreuzung angekommen, wählte ich den Weg in die andere Richtung. Red schien es etwas eilig zu haben, denn er lehnte sich ordentlich gegen den Zügel und zog. Ich gab seufzend nach und lief einige Schritte mit ihm. Langsam, damit er nicht an mir vorbei lief, trabte er neben mir her. Allerdings war ich nicht ganz so ausdauernd wie er und nach kurzer Zeit mussten wir wieder in ein langsameres Tempo zurück fallen.
"Bei unserem ersten Geländeritt", keuchte ich außer Atem. "Darfst du so viel galopperen und traben wie du willst." Ich wusste, irgendwann würde ich dieses Versprechen bereuen, aber das war mir in diesem Moment egal. Hauptsache, er war brav. Wir folgten dem Weg noch eine ganze Weile, bis zur nächsten Kreuzung. Red schaute sich munter um und genoss das milde Wetter, sowie die tauende Umgebung. Tiere sah man keine, sie hielten sich vermutlich noch vorzugsweise in ihren Verstecken auf, wo es wärmer war als draußen. Mir war das Recht, denn so hatte Red keinen Grund, zu erschrecken und durchzugehen.
An den nächsten beiden Kreuzungen bogen wir links ab und wie vermutet brachten sie uns zurück zum Stall. Ich lobte Red auf den letzten Metern ausgiebig für sein braves Verhalten, doch als wir auf dem Hof ankamen bschloss er, dass es Zeit für eine SHoweinlage war. Er stemmte die Hufe in den Boden und wieherte. Als ich ihn weiterführen wollte, stieg er leicht und schüttelte unwillig den Kopf.
"Red", sagte ich tadelnd und sofort hatte ich seine Aufmerksamkeit. Eigentlich war er ein braves Pferdchen, das wusste ich. Ich lachte über seine Show und brachte ihn zurück in den Stall.

~*~

Berichtebewerter und Hofjournalist aus Leidenschaft

Matty

Beiträge: 81

24.02.2010 17:40
#2 RE: Im Gelände antworten

Langsam und entspannt gingen Red und ich ein Stück Straße entlang und bogen dann in den Feldweg ein, den wir das letzte Mal schon gewählt hatten. Hier ging es Richtung Wald und heute wollte ich das einfach mal ausprobieren. Denn Red war Wälder nicht gewöhnt, dort, wo wir herkamen, hatte es nur Wiesen und Felder gegeben. Das kannte er. Aber da ich nicht nur ein tolles Dressurpferd, sondern auch einen Geländeprofi haben wollte, musste ich ihn schnellstmöglich daran gewöhnen.
An der Kreuzung wählte ich wieder den Weg nach rechts und nach einer Weile erreichten wir den Wald. Jelly lief ein Stück vor, doch Red blieb zunächst stehen und weigerte sich, weiter zu gehen. Die hohen Bäume waren ihm nicht geheuer und das Gezwitscher der Vögel klang hier so ganz anders als auf den Wiesen... Ich beruhigte ihn durch Worte und sanfte Berührungen und ließ ihm die Zeit, die er brauchte, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Er schaute unschlüssig nach rechts und links, dann senkte er den Kopf und sog den Geruch des Bodens ein. Erst dann ging er entschlossen einen Schritt vorwärts. Und dann noch einen. Und dann war der Wald schon wieder halb so schlimm.
"Du bist ein braver, sehr mutiger Junge", lobte ich mein Pferd, als wir Seite an Seite den Wald betraten. Jelly vergrub ihre Schnauze grade in einem Erdloch und schnupperte an irgendwas. Red schnappte nach einem runter hängenden Zweig, machte aber sonst keine Zicken. Wir folgten dem Waldweg ein ganzes Stück, bis ich beschloss, eine Pause zu machen. Ich hockte mich auf den nassen Waldboden und ließ Red die Zügel lang, damit er sich umsehen konnte. Er erkundete die Sträucher und Büsche, sowie die Baumstämme und zuckte nicht einmal, als ein kleiner Vogel aus dem Gebüsch flatterte. Auch das kleine Reh störte ihn nich. Ich pfiff Jelly heran und packte sie am Halsband, sodass sie nicht jagen ging. Das kleine, braune Tier graste ein paar Meter von uns entfernt. Red beobachtete es mit geblähten Nüstern und aufgestellten Ohren. Reglos verharrten wir, doch dann knurrte Jelly leise und das Reh hüpfte davon. Red zuckte, machte sich dann aber wieder an seine Erkundungstour. Interessiert knabberte er an einem Busch, was ich ihm verbot. Die jungen Triebe mussten ihre Ruhe haben, wenn wir irgendwann mal wieder sowas wie Frühling haben wollten.
Nach einer Weile hielt ich es für an der Zeit, den Rückweg anzutreten. Wir nahmen den selben Weg, den wir gekommen waren, hindurch zwischen den Bäumen, den Weg an der Wiese entlang und dann ein Stück Straße. Kurz darauf erreichten wir heil und sicher den Stall.

~*~

Berichtebewerter und Hofjournalist aus Leidenschaft

Matty

Beiträge: 81

08.03.2010 14:12
#3 RE: Im Gelände antworten

Im Schein der ersten, warmen Frühlingssonne führte ich Red vom Hof hinunter und einen schmalen Weg entlang. Hier waren wir noch nicht gewesen und so schaute mein Pferdchen sich zu allen Seiten um, neugierig, aufgeschlossen und vielleicht auch ein bisschen unsicher. "Alles gut"; beruhigte ich ihn und ging munter neben ihm her. "Ist doch schön hier." Wir folgten dem Weg ein Stück zwischen Wiesen hindurch und erreichten schließlich einen See. Red, der offenbar noch nie so viel Wasser auf enmal gesehen hatte, blieb stehen und legte erstaunt den Kopf schief. Dann zerrte er mich hinter sich her ans Ufer. Der Boden hier war schlammig, aberdas schien ihn nicht wirklich zu stören. Ertrat bis ans Wasser heran, dann senkte er seine Nase herab und schnupperte. Schnaubend riss er den Kopf hoch und schaute empört. Scheinbar hatte er Wasser in die Nase bekommen.
Ich beobachtete lächelnd, wioe er ein zweites Mal den Duft des Sees erkundete. Dann planschte er mit dem rechten Vorderhuf im Wasser herum und schaubte vergnügt. "Bist du ein Wasserfrosch?", fragte ich und hielt den Zügel in der ausgestreckten Hand. Wenn ich ihm zu nah kam, würde ich sicher klitschnass werden. "Wenn du im nächsten Sommer sicher genug bist, was das Reiten angeht, kommen wir hierher, dann kannst du planschen. Oder schon früher, dann nehme ich dich am Strick mit rein.... Hauptsache, du benimmst dich. Und jetzt komm."
Ich befand seine Planscherei als genug und zupfte am Zügel. Red schüttelte missmutig den Kopf und schlug seinen Fuß ins Wasser. Trotz aller guten Vorsätze war ich jetzt nass. "Spinner", schimpfte ich mit ihm und zog am Zügel. "Komm jetzt." Red gab dem Druck nach und folgte mir vom Ufer weg. Bis zu den Fesseln war er im Schlamm versunken und dementsprechend dreckig. Außerdem war er ordentlich nass - keine besondere Freude für mich.
"Wenn du dich erkältest, bist du selbst Schuld", schimpfte ich und schanlzte mit der Zunge. "Lauf ein bisschen, damit uns wieder warm wird." Red trabte sofort an, als ich schneller wurde. Diesmal passte er sich meinem Tempo an und lief langsam und brav neben mir her. Er wurde ein gut erzogenes Pferdchen, hatte ich langsam das Gefühl und ich war sehr stolz auf mich und ihn. Wer hätte noch vor ein paar Wochen gedacht, dass wir ein so gutes Team werden würden?
Außer Atem ließ ich ihn durchparieren. Jetzt war uns sicher warm genug und er würde schon nicht erfrieren an dem bisschen Wasser. Im Schritt umrundeten wir den See, wobei Red immer wieder versuchte, ans Wasser zu gelangen. Dank der Trense hatte ich ihn gut im Griff, beschloss aber, nicht zu oft mit ihm raus zu gehen. So viel, wie er zog, um seinen Willen zu bekommen, wäre er taub im Maul, bevor ich das erste Mal drauf saß. Und das wollte ich vermeiden. Ich wollte ein Pferd, das weich im Maul war, damit ich auch weiche Hilfen geben konnte. Darauf kam es mir bei der Trense am meisten an.
Der Weg um den See dauerte eine Weile, weshalb wir uns direkt danach auf dem Heimweg machten. Red war lebhaft und munter, als wir zurück in den Stall kamen, ließ sich aber dennoch brav putzen - besonders seine Beine hatten es nötig - und machte in der Box kein Theater.
"Morgen machen wir wieder was aktiveres", versprach ich ihm, bevor ich mich auf den Heimweg machte.

~*~

Berichtebewerter und Hofjournalist aus Leidenschaft

 Sprung  
Xobor Kostenloses Forum von Homepagemodules.de
Einfach ein eigenes Forum erstellen